LostTrace Regelwerk
Urbex Codex
Diese Verhaltensregeln bilden das unumstößliche Fundament von LostTrace . Sie dienen dem
Schutz der verlassenen Bauwerke, deiner eigenen Unversehrtheit und dem Respekt vor der Geschichte.
Klicke auf die Kacheln für ausführliche Erläuterungen.
Es werden keine physischen Gegenstände, Akten oder Gemälde eingesteckt. Nur
digitale Fotodateien auf der Speicherkarte sind erlaubt.
Es ist unter allen Umständen verboten, physische Gegenstände, Papiere,
historische Dokumente, Möbel, Schilder oder an Wänden hängende Bilder mitzunehmen. Das
Einstecken
oder Abtransportieren materieller Objekte vor Ort ist Diebstahl und wird in unserer Community
mit
sofortigem Ausschluss geahndet. Die einzige legitime Dokumentation besteht ausschließlich in
deinen eigenen, digital erstellten Foto- und Videoaufnahmen auf deiner Kamera.
Mutwillige Beschädigung, Zerstörung von Inventar und Farbschmierereien an
Wänden sind strikt untersagt.
Das Einschlagen von Fenstern, Eintreten von Innenverkleidungen, Zerschlagen
von Gläsern oder Auftragen von Tags und Graffiti ist inakzeptabel. Wir verstehen uns als stille,
dokumentierende Beobachter der Vergänglichkeit. Wer aktiv zerstört oder verschmiert, schadet dem
Erhalt des Gebäudes und begeht schwere Sachbeschädigung.
Verschlossene Zugänge bleiben verschlossen. Kein Einsatz von Hebelwerkzeugen,
Dietrichen oder Bolzenschneidern.
Ein Betreten kommt nur in Betracht, wenn ein Bauwerk über dauerhaft offene
Stellen zugänglich ist. Das Aufbrechen von Schlössern, Zertrennen von Zäunen, Hebeln von
Fenstern
oder Mitführen von Einbruchwerkzeug ist verboten. Wenn eine Liegenschaft versperrt oder
verbrettert ist, respektieren wir diesen Zustand und kehren ohne Diskussion um.
Hinterlasse nichts außer deinen Schritten. Kein Müll und kein Verändern von
Gegenständen für gestellte Fotos.
Sämtliche mitgebrachten Gegenstände und Verpackungen nimmst du ausnahmslos
wieder mit. Mobiliar, Einrichtungsgegenstände, Werkzeuge oder Bücher werden nicht für Fotos
umgestellt, drapiert oder unnatürlich arrangiert. Die Szenerie bleibt unberührt, exakt so, wie
die Zeit sie geformt hat.
Veröffentliche niemals GPS-Koordinaten, Adressen oder Klarnamen von Objekten im
Internet.
Öffentliche Ortsangaben auf Social Media oder in Foren führen unweigerlich
zu
Zerstörungstourismus, Einbrüchen, Kabeldiebstahl und Brandschäden. LostTrace schützt Spots durch
strikte Diskretion. Gib Koordinaten und Zugangsdaten niemals an fremde Personen oder offene
Kanäle weiter.
Betritt gefährliche Liegenschaften grundsätzlich mindestens zu zweit. Niemals
alleine auf Tour gehen.
In weitläufigen Untergeschossen, Bunkern und dicken Betonmauern besteht
keinerlei Mobilfunkempfang. Im Falle eines Treppenabsturzes, eines Durchbruchs oder einer
schweren
Verletzung kann dir niemand helfen, wenn du alleine bist. Mindestens ein zuverlässiger Partner
ist
Pflicht.
Hinterlege Koordinaten, Begleitpersonen und eine verbindliche Rückmelde-Uhrzeit
bei einer Vertrauensperson.
Informiere vor Beginn einer Erkundung eine außenstehende Vertrauensperson
über deinen Aufenthaltsort und vereinbare eine genaue Uhrzeit, zu der du dich zurückmeldest.
Erfolgt bis zu diesem Zeitpunkt keine Entwarnung, weiß die Person exakt, wo die Rettungskräfte
eingesetzt werden müssen.
FFP3-Atemschutzmaske gegen Asbest und Schimmel, feste Sicherheitsstiefel und
Erste-Hilfe-Set sind Pflicht.
Alte Gebäude bergen unsichtbare Gefahren: freiliegende Asbestfasern,
aggressiver Schimmel, Taubenkot (Kryptokokkose) und giftige Chemikalien. Verwende stets eine
FFP3-Maske mit Dichtlippe, durchtrittsichere Stiefel mit Stahl- oder Kevlarsohle gegen alte
Rostnägel und trage robuste Schutzhandschuhe.
Achte ununterbrochen auf durchweichte Böden, verfaulte Dachbalken und
ungesicherte Schächte.
Feuchtigkeit und Frost zersetzen Holzbalkenlagen und Betonstahl oft
vollkommen unbemerkt von unten. Betrete niemals verfärbte, feuchte oder nachgebende Böden. Halte
stets respektvollen Abstand zu Aufzugsschächten, Bodeneinbrüchen und Treppenanlagen ohne
Tragwerksnachweis.
Keine Zigaretten, kein offenes Feuer, keine Kerzen und keine Rauchkörper für
Foto-Inszenierungen.
Historische Gebäude bestehen im Kern oft aus ausgetrockneten Hölzern,
Strohdämmungen und brennbaren Rückständen. Eine unbedacht weggeworfene Zigarette oder
pyrotechnische Raucheffekte für Fotoshootings können verheerende Brände entfachen. Jede Form von
Feuer ist auf dem gesamten Gelände verboten.
Kein Lärm, kein Leuchten aus Fenstern nach außen und unauffällige An- und
Abreise.
Verhalte dich auf dem Weg zum Objekt und vor Ort absolut geräuschlos. Parke
Fahrzeuge nicht direkt vor dem Tor oder vor Nachbargrundstücken. Richte Taschenlampen niemals
auf
Fensteröffnungen nach draußen, um keine Aufmerksamkeit von Anwohnern oder Passanten zu erregen.
Bleibe bei Antreffen von Eigentümern, Sicherheitsdiensten oder Polizei ruhig,
freundlich und kooperativ.
Renngelage oder Widerstand führen zur Eskalation und ziehen drastische
juristische Konsequenzen nach sich. Folge Aufforderungen des Sicherheitspersonals oder der
Behörden unverzüglich. Weise dich aus, erkläre deine friedliche Absicht der reinen Dokumentation
und verlasse das Gelände ruhig.
Sensible Patientenakten, Dokumente mit Klarnamen und Gedenkstätten werden mit
absolutem Respekt behandelt.
In ehemaligen Heilanstalten, Krankenhäusern und Privathäusern liegen oft
hochsensible Aufzeichnungen ehemaliger Bewohner. Fotografiere keine Klarnamen oder Diagnosen,
veröffentliche keine personenbezogenen Daten und unterlasse pietätlose Inszenierungen an Orten
menschlichen Leidens.
Führe stets mindestens zwei bis drei unabhängige Taschenlampen sowie geladene
Powerbanks mit.
Verlasse dich niemals ausschließlich auf dein Mobiltelefon als Lichtquelle.
Versagt deine primäre Lampe in tiefen Kellern oder Stollen, droht ohne Sekundärlicht sofortige
Orientierungslosigkeit und Absturzgefahr. Trage stets eine Stirnlampe, eine Handlampe und
ausreichend Akkureserven bei dir.